Zusammenleben lernen in einer pluralistischen Welt in kultureller Vielfalt, so lautet der übergeordnete Bildungsauftrag der UNESCO-Schulen. UNESCO-Schulen haben Modellcharakter, der sich in einer besonderen pädagogischen Grundhaltung ausdrückt. Lernen wird als handlungsorientierter Prozess begriffen, fächerübergreifende, interkulturelle Zusammenarbeit und ein hohes Maß an Teamarbeit werden an der Schule gepflegt. Ein integrativer Erziehungsstil wird verfolgt, der die Wertschätzung von Verschiedenheit als wichtigen Bestandteil der Bildungsarbeit versteht. Das Einüben von Demokratie bildet ein vorrangiges Bildungsziel. Die UNESCO-Schulen engagieren sich aktiv für Menschenrechte, eine Kultur des Friedens und eine nachhaltige Entwicklung. So werden UN$ESCO Schulen beschrieben.

Das BRG Wallererstraße ist eine UNESCO Schule und dass wir dies als solche und wie in unserem Leitbild verankert wirklich leben beweist unser Erasmus+ Projekt und ganz aktuell der  "Abend der Vielfalt" am 09. November 2016.

Die Inhalte, mit denen sich die Professorinnen und Professoren mit ihren Schülerinnen und Schülern im Rahmen dieses Erasmus+ Projekts „Werte wagen“ auseinandergesetzt haben, wurden nicht extra künstlich aus dem Boden gestampft, sondern entspringen einer schon langen Geschichte und Tradition unserer Schule, sich mit besonderen Werten der Unesco – mit dessen Zertifikat ja unsere Schule ausgezeichnet wurde, auseinanderzusetzen. Diese Woche ist der Höhepunkt von gemeinsamen Projekten, Workshops, Begegnungen und anderen Aktivitäten, in der wir unsere 5 Partnerschulen aus Deutschland, Griechenland, Slowakei, Slowenien und Spanien als Gäste willkommen heißen dürfen Alte Menschen, Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen auf der Flucht sind jene Personengruppen, die im Mittelpunkt dieses Projekts „Werte wagen. Partizipation in unserer Stadt“ stehen. Alle drei genannten Personengruppen waren in all den Jahren schon oft Gegenstand von schulinternen Projekten. Prof. Michaela Strasser und Andrea Gebetsberger haben sich mit dem Altern und der Gerontologie aus biologischer, psychologischer und soziologischer Sicht auseinandergesetzt. Prof. Magdalena Wiesmayr und Thomas Hochreiter erarbeiteten das Thema Alter auf eine theaterpädagogische und spielerische Weise, auch in Bezug auf die verschiedenen Herkunfstländer unserer Partnerschulen. Das Thema Menschen auf der Flucht beschäftigt unsere Schule schon lange, so sammelten auch jetzt wieder SchülerInnen im Rahmen der „Aktion Kilo“ Lebensmittel und alltägliche Gebrauchsgegenstände für die Bewohnerinnen und Bewohner von 2 Welser Flüchtlingsunterkünften. Neben Workshops, Exkursionen und Zeitungsrecherchen zum Thema Flucht, Asyl und Vielfalt in all ihren Aspekten begegnen wir dieser Thematik alltäglich durch jene Burschen auf der Flucht, von denen einige im letzten Jahr und auch in diesem Jahr wieder weitere Burschen bei uns als außerordentliche Schüler in Klassen aufgenommen wurden. Ihnen wurden zusätzlich von Professorinnen und Professoren in deren Freizeit unentgeltlich Deutsch und Mathematik in improvisierten Kursen beigebracht . Mit Tanz und afghanischen und syrischen Schmankerln beim Buffet werden die Burschen auch den heutigen Abend noch bereichern .Schließlich befasste sich Prof. Monika Fellinger mit einer Klasse mit dem Thema „Menschen mit Beeinträchtigung“, wobei morgen der Höhepunkt mit einem gemeinsamen Vormittag in einer Einrichtung der Lebenshilfe und am Nachmittag mit der Exkursion und Führung im Gedenkort Hartheim am Programm steht. Auseinandersetzung mit der Frage: was ist der Mensch wert? (monetärer Wert des Menschen während der NS –Zeit; Kollateralschaden Mensch bei heutigen Kriegssituationen; der Mensch als Wirtschaftsfaktor)Alle sind gleich- und jeder ist anders: was bedeutet es, Mensch zu sein?(unterschiedliche Menschenbilder: Mensch oder Gott, Mensch oder Tier, Mensch oder Maschine, Mensch oder Rohstoff, der Traum vom perfekten Menschen)Anders normal: Menschen mit Beeinträchtigungen Gleichzeitig beschäftigten sich Prof. Janke, Springer und Grabner im Kunstunterricht mit der Thematik, neben dem Logo für „Werte wagen“ sehen wir heute auch eine kleine Ausstellung zur „Aktion Kilo“. In der 5S haben mir mit einer gemeinsamen Mindmap zu den Überbegriffen "Werte, Humanismus, Toleranz, Freiheit" gestartet. Die Jugendlichen entschieden sich schließlich für einen Begriff, den sich noch weiter bearbeiteten und erweiterten. Die SchülerInnen arbeiten nun mit selbst gewählten Techniken von Fotografie, bis Zeichnung und Collage an ihren eigenen Werken.

Fotos vom Abend der Vielfalt